24. Januar 2018 Astrid Heimlich 0Comment

Eine Frage , die sich wohl jeder schon mal gestellt hat, der eine natürliche Alternative zur konventionellen Kosmetik sucht.

  1. Wie finde ich meine passenden Produkte ?
  2. Was braucht meine Haut tatsächlich an Pflege ?
  3. Auf was sollte ich bei Naturkosmetik achten ?

Viele Fragen, wenig wirklich brauchbare Antworten.

Was sind unsere Wünsche, die wir an Naturkosmetik haben?

Grundsätzlich sollte Naturkosmetik aus nicht-bedenklichen, natürlichen Inhaltsstoffen bestehen. Sie sollte keine Rohstoffe enthalten, die durch Tierversuche getestet wurden, frei von schädlichen Konservierungsmitteln sein und nachhaltig produziert werden. Ein weiterer immer mehr an Bedeutung gewinnender Faktor , ist für viele Verbraucher, dass die Produkte vegan sind. Nicht zu vergessen, die Verpackung, dazu später mehr.

Was kommt in die Creme ?

Fakten

Fangen wir an mit den nicht – bedenklichen, natürlichen Rohstoffen. Ein weit verbreiteter Grundstoff in der Herstellung von Naturkosmetik ist Glycerin. Kaum jemand weiß, was sich hinter diesem Inhaltsstoff verbirgt. Man unterscheidet konventionelles Glycerin, dass aus Propen (Erdölverarbeitung) gewonnen wird und 1, dass durch die Spaltung pflanzlicher Fette entsteht. Zur Produktion von Emulgatoren und Tensiden benötigt die Industrie Fettsäure und Fettsäuremethylester. Durch die Herstellung von Biodiesel, ist pflanzliches Glycerin ein primäres Beiprodukt ( Abfallprodukt). Bio-Glycerin, dass bevorzugt in Naturkosmetik vorkommt, wird aus Pflanzen (vorwiegend Sojaöl, Palmöl) gewonnen, die aus kontrolliert – biologischen Anbau stammen. Das macht Bio-Glycerin auch deutlich teurer als konventionelles Glycerin und wird gern als Füllstoff in Cremes und Lotionen verwendet. Es zählt zu den am besten dokumentierten, kosmetischen wie pharmazeutischen Rohstoffen.

In Kosmetikprodukten findet man bis zu:

  • 3 % in Gesichtspflege
  • bis 5 % in Körperlotionen
  • 1 – 3 % in Haarpflege
  • bis 20 % in Zahnpasta
  • 5 – 10 % in Reinigungsprodukten

Glycerin hat den Vorteil, dass es sehr gut hautverträglich ist, den Produkten eine angenehme, schnell einziehende Konsistenz verleiht und auch konservierende Eigenschaften besitzt. Negativer Effekt von Glycerin ist seine hygroskopische Wirkung. Das heißt, Glycerin zieht in der Haut alle verfügbare Feuchtigkeit an sich wie ein trockener Schwamm. Dei längerer Anwendung wird die Oberhaut ausgetrocknet und Feuchtigkeit aus dem Unterhautbindegewebe wird nachgeliefert. Allerdings von dem Glycerin wieder sofort gebunden. Ein endloser Teufelskreis entsteht. Der Anwender hat nach einer gewissen Zeit, das Gefühl, seine Haut spannt immer mehr und braucht einen höheren Bedarf an Pflege. Eine gesunde Haut hingegen, die im Gleichgewicht ist, kann über mehrere Tage vollkommen ohne Pflegeprodukte auskommen. Für eine von Glycerin geschwächte Haut undenkbar.

Chemie in der Kosmetik

 

Tierversuche in der Kosmetik

Grundsätzlich sind in Deutschland Tierversuche für die Entwicklung von Kosmetika verboten. Seit März 2013 ist nun auch die letzte Stufe der Gesetzregelung ( nach 20 Jahren !!! ) EU-weit in Kraft getreten. Fertige Kosmetik aus Drittländern, die an Tierversuchen getestet wurde, darf innerhalb der EU nicht verkauft werden. Doch überall findet hier der Hersteller “ Hintertürchen „. Denn die Tierversuchsverbote gelten nur für Produkte und Inhaltsstoffe, die nach dem Inkrafttreten der Gesetze auf den Markt gekommen sind. Alle anderen, die davor noch an Tieren getestet worden, dürfen nach wie vor vertrieben werden. Eine weitere große Gesetzeslücke im EU-Recht ist die Klarstellung, dass sich die Verbote ausschließlich nur auf die Inhaltsstoffe bezieht, die für den kosmetischen Zweck genutzt werden. Für chemische Substanzen, die auch Verwendung in Reinigungsmitteln oder Medikamenten finden sind nach wie vor eine Prüfung der Stoffe in Tierversuchen vorgeschrieben um eine Marktzulassung zu erhalten.

Tierversuche in der Kosmetik

Wer also bei der Wahl seiner Produkte auf Nummer sicher gehen will, sollte sich an der Zertifizierung IHTK ( Häschen ) orientieren. Diese Zertifizierung “ ohne Tierversuche “ erhalten nur Produkte, die Rohstoffe verwenden, die seit 01.01.1979 nicht mehr an Tieren getestet wurden. Folgende Hersteller mit dieser Zertifizierung sind unter anderen Primavera, Martina Gebhardt Naturkosmetik und Maienfelser Naturkosmetik.

Siegel für tierversuchsfreie Kosmetik

 

Kosmetik ohne Konservierungsstoffe

Konservierungsstoffe in der Kosmetik sind Zusatzstoffe, die den Verderb durch Bakterien, Keime, Viren, Hefe-u.Schimmelpilze verhindern sollen. Weit verbreitet sind dafür Mittel wie Parabene, Benzoesäure oder Methylisothiazolinon. Neben der chemischen Konservierung  gibt es noch die physikalische Konservierung durch Erhitzen der Stoffe ( Pasteurisieren, Sterilisieren ), Trocknen ( Wasserentzug ), Luftabschluß ( Vakuumieren ). Da Kosmetik, in den meisten Fällen, einen mehr oder weniger hohen Wasseranteil enthält, bietet sie einen idealen Nährboden für Keime und Bakterien. Um dies zu verhindern nutzen Naturkosmetik Hersteller gerne Vitamine ( z.B. Vitamin E ) und ätherische Öle. Diese geben zusätzlich den Produkten positive Wirkungsweisen für die Haut und angenehme Düfte. Alkohole aus natürlicher Gärung sowie Benzoesäure oder  Sobinsäure sind zusätzlich beliebte und bewährte Konservierungsmittel. Aufgrund moderner Verpackungen, wie Spender und Tuben, können erhöhte Keimrisiken um ein Vielfaches verringert und der Einsatz von konservierenden Stoffen sehr gering gehalten werden. Genauso kann ein hoher Fettanteil in Pflegeprodukten auf natürliche Weise vor Keimen und Bakterien schützen. Wasserfreie Balsame besitzen keimstabile Eigenschaften, so dass in diesen Produkten der geringste Zusatz an Konservierungsmitteln benötigt wird. Generell sollte der Verbraucher darauf achten, seine Produkte möglichst zügig aufzubrauchen, vor Sonnen-u.Lichteinstrahlung sowie Sauerstoff zu schützen.

natürliche Rohstoffe für Kosmetik

Nachhaltigkeit in der Kosmetik

Der Begriff Nachhaltigkeit erfaßt immer mehr Bereiche in unserem Leben. Nachhaltig wohnen, nachhaltig essen, nachhaltig verreisen und eben auch nachhaltig unsere Haut pflegen. Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter dem Ausdruck Nachhaltigkeit in der Naturkosmetik. 

Bei der konventionellen Kosmetik hält derzeit ein neuer Trend, das sogenannte “ Greenwashing „, an. Die Hersteller haben erkannt, dass sich mit Bezeichnungen wie Natürlichkeit, Nachhaltigkeit oder Biorohstoffe, sehr viel Geld verdienen lässt. Sie nutzen die Lücke im Gesetz aus, da diese Bezeichnungen nicht geschützt sind. So ist es möglich, dass ein konventionelles Kosmetikprodukt, mit einem nur sehr geringen Anteil Bio-Öl sich Natur-oder Biokosmetik nennen darf. Dabei sollte Biokosmetik eigentlich mindestens 95% tierische und pflanzliche Inhaltsstoffe aus biologischer Landwirtschaft beinhalten. Doch gibt es  keine einheitliche EU-Verordnung und die Kennzeichnung von Inhaltsstoffen ist freiwillig. In kontrollierter Naturkosmetik dürfen nur naturreine, ökologisch hochwertige Rohstoffe verwendet werden. Konservierungsstoffe müssen naturidenter Herkunft sein. Synthetische Duft-u. Farbstoffe sind verboten. Außerdem dürfen die Rohstoffe wie auch die Endprodukte nicht radioaktiv bestrahlt und die Verarbeitung muss frei von Gentechnik sein.

Weitere Grundkriterien für die Nachhaltigkeit von Naturkosmetik sind faire Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter. Fairer Handel ist ein großes komplexes Thema in der Naturkosmetikherstellung. Nachhaltig produzierenden Naturkosmetikmarken sind beispielsweise Martina Gebhardt, Primavera, Maienfelser Naturkosmetik, i+m Naturkosmetik Berlin. Sie legen großen Wert auf die Transparenz ihrer Rohstoffe und garantieren faire Preise gegenüber ihrer Lieferanten. Die Firma Primavera, wie auch i+m Naturkosmetik unterstützen zusätzlich verschiedene soziale Projekte, durch Produkte wie das Duschbad Sambia von der Firma  i+m Naturkosmetik oder “ Glück teilen „ von Primavera.

Wassertropfen

 

natürliche Verpackungen

Die Verpackungen von nachhaltigen Produkten sollten recyclebar sein und Refills enthalten. Kaum sind unter diesem Aspekt klimafreundliche Verpackungen wie z.B. für Haarspray`s zu finden. Als vor einigen Jahren das Treibmittel FCKW verboten wurde, hat sich die Industrie auf Aerosolspray`s umgestellt. Doch mittlerweile zeigen wissentschaftliche Studien, dass diese gegenüber Pumpspray`s 30% mehr klimaschädliche Emissionen ausstoßen. Um den Druck standzuhalten bestehen Aerolsolspray`s aus Aluminiumdosen. Diese verursachen außerdem eine höhere Co 2-Emission gegenüber Pumpspray`s. Leider sind auch Plastikverpackungen aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Um Kosten einzusparen oder mehr Vielfalt in den Sortimenten zu haben, gibt es leider nur noch wenige Ausnahmen an Firmen die ihre Kosmetik in klassische Glasverpackungen abfüllen. Hersteller wie Martina Gebhardt Naturkosmetik und Maienfelser Naturkosmetik verwenden nach wie vor ausschließlich umweltfreundliche Glasverpackungen.

Zu den zuverlässigsten Zertifizierungen für Nachhaltigkeit von Produkten zählen BDIH, Ecocert, Demeter, Ecocontroll, IHTN, vegan.

Ecocert Biosiegel
Demeter Biozertifizierung

 

Abschließend kann man sagen, dass die heutige kontrollierte Naturkosmetik einen sehr hohen Standard entspricht. Durch die Qualitätskriterien kann die Gesunderhaltung der Haut unterstützt und zurückgewonnen werden. Mit jedem Kauf dieser Produkte leisten wir einen Beitrag für die Erhaltung der Natur und Menschlichkeit. Es lohnt sich also mehrfach beim nächsten Einkauf etwas genauer auf die Verpackung und Inhalte zu sehen um für sich das passende Produkt zu finden.

Gerne könnt ihr eure Kommentare oder Meinungen dazu auf meinen Blog diskutieren.

 

 

 

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